Blutegeltherapie - vielseitige Einsatzbereiche

Die ersten Nachweise für den Einsatz von Blutegel finden sich schon in ägyptischen Pharaonengräbern um 1.500 v. Chr. Im 19. Jahrhundert wurden die Egel so häufig eingesetzt, dass sie drohten auszusterben. Heute setzt man Blutegel bei der OP-Nachsorge ein, bei Abszessen, Arthrose, Kreuzbandverletzungen, Bandscheibenvorfällen, Wundheilungsstörungen und etlichen Beschwerden mit dem Bewegungapparat. Ihre Wirkstoffe sind stark entzündungshemmend, die Wirkung sieht man oft sofort. Man darf aber nicht vergessen, dass Blutegel Lebewesen sind, die leider immer nur einmal am Patienten Anwendung finden dürfen. Es ist verpflichtend, die heilsamen Helfer nach dem Saugakt entweder durch Einfrieren zu töten oder in einen offiziellen "Rentnerteich" des Hauptanbieters, der Biebertaler Blutegelzucht, zu geben. 

Fütterung bei Erkrankungen

Heilung durch die richtige Ernährung unterstützen

Magen-Darm-Erkrankungen, Nieren- oder Herzkrankheiten, Diabetes oder Krebs... Die Behandlung nahezu aller Krankheiten kann man durch die richtige Ernährung unterstützen. Ein Beispiel: Die Ernährung bei einem krebskranken Hund. Krebszellen benötigen Glucose, also Zucker, um sich weiter ausbreiten zu können. Und Zucker ist in viel mehr Lebensmitteln enthalten als auf den ersten Blick ersichtlich, nämlich in Form von Kohlenhydraten. Auch Stärke, etwa aus Kartoffeln, ist ein Mehrfachzucker. Krebskranke Tiere sollten statt Kohlenhydraten viel Fett zur Energiegewinnung erhalten. Die stärkefreie Diät wird auch ketogene Diät genannt. Dabei wird die Energie eben nicht aus Glucose, sondern aus Fett gewonnen. Dafür muss das Futter hochwertiges Eiweiß beinhalten und einen hohen Fettanteil. Am besten stellt man das Futter in dieser Zeit selbst zusammen. Ich berate Sie gern.

 

Darf ich vorstellen - unser Neuzugang: Kimi, der Wilde

Im November ist Kimi zu uns gezogen, ein Jack Russel-Mix aus dem größten Tierheim der Welt, der Smeura in Rumänien. Die Tierschützer dort hatten ihn in einem anderen Tierheim in der Tötungsstation entdeckt und in die Smeura geholt. Binnen eines Monats wurde er in ein deutsches Tierheim vermittelt. Dort haben wir uns in den kleinen wackeren Kerl mit den krummen Beinchen verliebt.

In seinem rumänischen Impfpass steht, er soll 8 Jahre sein. Das Alter wird von den Tierärzten vor Ort bei der Impfung geschätzt. An der Altersangabe haben wir von Beginn an sehr gezweifelt – viel zu ungestüm, viel zu verspielt ist er für einen Achtjährigen.

Wegen eines abgebrochenen Eckzahns und dem Wunsch, seine stark deformierten Vorderbeine zu röntgen, haben wir einen Tierarzt aufgesucht. In Narkose konnten wir in Ruhe die Zähne unseres Wirbelwinds ansehen. Abgesehen vom abgebrochenen Eckzahn sehen sie sehr gut aus, sie sind wenig abgenutzt, weisen noch die für Junghunde typischen „Lappen“ auf. Neue Altersschätzung: ca. 3 Jahre!

Die Beinchen sind durch falsches Wachstum entstellt. Kimi hat Carpus valgus oder auch Short Ulna Syndrom genannt. Die Elle wurde in ihrem Wachstum behindert, während die Speiche normal weitergewachsen ist und sich deshalb biegt. Diese Deformation ist nicht selten und kann aus unterschiedlichen Gründen entstehen. Ein unseriöser Züchter könnte mit Hunden gezüchtet haben, die diese Prädisposition mitbringen, er könnte an Mangelernährung in der Wachstumsphase gelitten haben,  überlastet worden sein oder eine Infektion gehabt haben – all das kann zu dem  verfrühten Schluss der Wachstumsfuge der Elle geführt haben. Auf Dauer führt das zu Ellenbogendysplasie und Arthrose.

Damit Kimi nicht vorschnell an Arthrose erkrankt, helfe ich ihm mit homöopathischen und phytotherapeutischen Mitteln für die Gelenke und einem speziellen Produkt, das Gelenkknorpel und Bänder nährt. Außerdem mit Physiotherapie.

Ansonsten ist Kimi fit. Nach der Futterumstellung hat sich der Durchfall eingestellt, der Juckreiz ist verschwunden und erbrechen muss er auch nicht mehr – die typischen Symptome, mit denen neue Hunde häufig bei uns einziehen.