Webinar | Wenn ein Hund aus dem Tierschutz einzieht

Mitbewohner mit großem Rucksack

In dem Webinar „Mitbewohner mit großem Rucksack“ widme ich mich den häufigsten Problemen von Hunden aus dem Auslandstierschutz, wie etwa Magen-Darm-Erkrankungen, Ängstlichkeit, Misstrauen, Jagdtrieb, Juckreiz… Außerdem besprechen wir, wie man einen schlecht ernährten Hund auf gutes Futter umstellt, wie man Vertrauen aufbaut, was beim Parasitenschutz und bei Impfungen zu beachten ist und vieles mehr. Sobald fünf Teilnehmer angemeldet sind, findet die Terminbsprache mit allen statt.

Anmeldungen bitte unter info[at]tierheilpraktiker-ms.de. Kosten: 19 Euro. Herzlich Willkommen!

Darf ich vorstellen - unser Neuzugang: Kimi, der Wilde

Im November ist Kimi zu uns gezogen, ein Jack Russel-Mix aus dem größten Tierheim der Welt, der Smeura in Rumänien. Die Tierschützer dort hatten ihn in einem anderen Tierheim in der Tötungsstation entdeckt und in die Smeura geholt. Binnen eines Monats wurde er in ein deutsches Tierheim vermittelt. Dort haben wir uns in den kleinen wackeren Kerl mit den krummen Beinchen verliebt.

In seinem rumänischen Impfpass steht, er soll 8 Jahre sein. Das Alter wird von den Tierärzten vor Ort bei der Impfung geschätzt. An der Altersangabe haben wir von Beginn an sehr gezweifelt – viel zu ungestüm, viel zu verspielt ist er für einen Achtjährigen.

Wegen eines abgebrochenen Eckzahns und dem Wunsch, seine stark deformierten Vorderbeine zu röntgen, haben wir einen Tierarzt aufgesucht. In Narkose konnten wir in Ruhe die Zähne unseres Wirbelwinds ansehen. Abgesehen vom abgebrochenen Eckzahn sehen sie sehr gut aus, sie sind wenig abgenutzt, weisen noch die für Junghunde typischen „Lappen“ auf. Neue Altersschätzung: ca. 3 Jahre!

Die Beinchen sind durch falsches Wachstum entstellt. Kimi hat Carpus valgus oder auch Short Ulna Syndrom genannt. Die Elle wurde in ihrem Wachstum behindert, während die Speiche normal weitergewachsen ist und sich deshalb biegt. Diese Deformation ist nicht selten und kann aus unterschiedlichen Gründen entstehen. Ein unseriöser Züchter könnte mit Hunden gezüchtet haben, die diese Prädisposition mitbringen, er könnte an Mangelernährung in der Wachstumsphase gelitten haben,  überlastet worden sein oder eine Infektion gehabt haben – all das kann zu dem  verfrühten Schluss der Wachstumsfuge der Elle geführt haben. Auf Dauer führt das zu Ellenbogendysplasie und Arthrose.

Damit Kimi nicht vorschnell an Arthrose erkrankt, helfe ich ihm mit homöopathischen und phytotherapeutischen Mitteln für die Gelenke und einem speziellen Produkt, das Gelenkknorpel und Bänder nährt. Außerdem mit Physiotherapie.

Ansonsten ist Kimi fit. Nach der Futterumstellung hat sich der Durchfall eingestellt, der Juckreiz ist verschwunden und erbrechen muss er auch nicht mehr – die typischen Symptome, mit denen neue Hunde häufig bei uns einziehen.